Das Mühlrad dreht sich wieder
Die Braunsteinmühle Geraberg: Ein technisches Denkmal
Die Braunsteinmühle gehört zu den bedeutendsten und meistbesuchten Denkmalen im Ilm-Kreis. Seit vielen Jahren ist sie ein lebendiges Zeugnis regionaler Industriegeschichte und ein fester Bestandteil der Identität Gerabergs. Umso schwerer wog die Entscheidung, das hölzerne Mühlrad im Jahr 2023 aufgrund gravierender Schäden außer Betrieb zu nehmen. Für alle Beteiligten stand fest: Die Mühle ohne Mühlrad sei „wie ein Dachdecker ohne Hammer", wie Ortschaftsbürgermeister Detlef Bräuning es in einer Ratssitzung auf den Punkt brachte.
Ein Projekt, das viele Schultern trägt
Der Heimatverein Geraberg bemühte sich 2024 um Fördermittel zur Sanierung. Der Antrag blieb zunächst erfolglos, bis wenige Wochen später überraschend die Aussicht auf Fördermittel für 2025 eröffnet wurde. Der Zuwendungsbescheid stellt hohe Anforderungen: Die Gemeinde muss das Vorhaben selbst tragen, und die Sanierung muss bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Rund 27.000 Euro wurden als Gesamtkosten veranschlagt – eine beträchtliche Summe für die Gemeinde.
In dieser Situation brachte David Wegel (CDU) im Ortschaftsrat eine entscheidende Idee ein: eine breit angelegte Sponsoringaktion für das neue Mühlrad. Diese Initiative führte dazu, dass innerhalb kurzer Zeit die fehlenden Mittel eingeworben wurden. Die Aktion zeigte eindrucksvoll, wie sehr sich Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Unterstützer für die lokale Geschichte engagieren und ein solches technisches Denkmal erhalten wollen.
Engagement, Zusammenarbeit und Vereinsarbeit machen den Unterschied
Neben den eingeworbenen Sponsorengeldern leisteten auch die Mitglieder des Heimatvereins einen erheblichen Beitrag. Seit Jahren sammelt der Verein Spenden, führt Aktionen durch und investiert kontinuierlich in die letzte noch erhaltene Braunsteinmühle Europas. Diese langjährige Arbeit bildete die Basis dafür, dass die Sanierung überhaupt umgesetzt werden konnte.
Nun ist es geschafft: Das neue Mühlrad wurde installiert, und ist wieder vollständig funktionsfähig. Dank der gemeinsamen Anstrengung vieler Unterstützer, dem Engagement der Gemeinde, der Fördermittel und der tatkräftigen Mitwirkung des Heimatvereins und Unterstützern aus der Bevölkerung dreht sich das Mühlrad wieder – und damit ist auch das Bild des technischen Denkmals wieder komplett.
Blick in die Zukunft: Weitere Projekte geplant
Doch die Arbeit endet hier nicht. Der Heimatverein verfolgt das Ziel, die Mühle künftig noch besser zu erschließen und Besuchern noch anschaulicher zu zeigen, unter welchen Bedingungen das Mangan-Erz abgebaut und verarbeitet wurde und wie die technische Arbeitsweise der Mühle funktionierte. Dafür sind weitere Investitionen notwendig – in Ausstattung, Präsentation und Vermittlungsangebote.
Die Braunsteinmühle ist ein einzigartiges Zeugnis der Industriekultur Thüringens. Damit sie weiterhin erlebbar bleibt und ihr Potenzial entfalten kann, ist der Verein auch künftig auf Unterstützung angewiesen. Jede Spende trägt dazu bei, dieses besondere Denkmal lebendig zu halten und weiterzuentwickeln.